Die Entzauberung der Welt, die im Zentrum des Programms der Aufklärung stand, ging mit ihrer erneuten Verzauberung einher. Die gesellschaftlichen Verhältnisse wurden zu dinghaft erstarrten Naturverhältnissen, zur zweiten Natur. In diesem Prozess der Emanzipation von der ersten Natur teilte der Mensch das Schicksal der übrigen Welt. Die Gesellschaft, so Horkheimer und Adorno, »setzt die drohende Natur fort als den dauernden, organisierten Zwang, der, in den Individuen als konsequente Selbsterhaltung sich reproduzierend, auf die Natur zurückschlägt als gesellschaftliche Herrschaft über Natur«. Je deutlicher sich das gesellschaftliche Zwangsverhältnis dem archaischen Kampf aller gegen alle anglich, umso stärker sehnten sich die Menschen nach dem Original zurück. Anders als von Marx erhofft, machten sie nicht das unerreichte Ideal der bürgerlichen Gesellschaft, das Glücksversprechen der Aufklärung, zum Maßstab der Realität. Stattdessen verdammten sie entweder ausgerechnet das am Status quo, was dem Ideal schon nahe kam: Individualität, Künstlichkeit, den Luxus des Bürgertums oder den Weltmarkt, in dem die Idee einer staatenlosen Weltgesellschaft bereits angelegt war. Oder sie träumten sich in die schlechte Realität von Vorgestern – Horde, Sippe, Stamm, Blut und Boden – zurück.
